Partnerschaften für Demokratie
im Landkreis Spree-Neiße

Papilio und die Augsburger Puppenkiste in Forst | Kindergartenprogramm beugt spielerisch Gewaltbereitschaft und Suchtproblemen vor

Foto: Christian Müller

Die Augsburger Puppenkiste war am Mittwoch zu Gast im Landratsgebäude in Forst. Sie zeigte die Geschichte „Paula und die Kistenkobolde“, die ein wesentlicher Bestandteil des Kindergartenprogramms „Papilio-3bis6“ ist. „Mit Papilio legen die Erzieherinnen spielerisch den Grundstein für eine gesunde Entwicklung und wappnen ihre Schützlinge gegen Sucht und Gewalt“, sagte Steffen Modlich von der BARMER in Cottbus. Die Krankenkasse ist in 15 Bundesländern Präventionspartner des Programms und unterstützt Kitas und Träger, die an einer Papilio-Fortbildung interessiert sind. Schon jetzt arbeiten über 360 pädagogische Fachkräfte in Brandenburg mit dem Programm.

Die Kistenkobolde sind vor allem für die Kindergartenkinder im Publikum aufgetreten. Rund 180 Kinder haben die Aufführung, die dreimal gezeigt wurde, gespannt verfolgt. Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold verkörpern die Basisgefühle Traurigkeit, Wut, Angst und Freude.

Foto: Christian Müller

Als Baustein des Kindergartenprogramms „Papilio-3bis6“ fördern sie gezielt die emotionale Kompetenz der Kinder. Die Geschichte hilft Kindern, mit ihren eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer umzugehen. Weitere Papilio-Bausteine unterstützen das Einhalten sozialer Regeln und das soziale Miteinander.

Foto: Christian Müller

Frühzeitige Förderung schützt vor Risiken
Soziale und emotionale Kompetenzen helfen beim Aufbau von Freundschaften ebenso wie beim Lösen von Konflikten oder beim Einbringen eigener Interessen. Mit Papilio erlernen die Kinder diese Basiskompetenzen spielerisch und altersgerecht. Sie gelten auch als Schutzfaktoren vor problematischen Entwicklungen. Zudem senkt Papilio erste Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern, die als Risikofaktoren für Sucht und Gewalt gelten.

Foto: Christian Müller

„Die Wirksamkeit unseres Programms ist wissenschaftlich belegt. Mit Gefühlen umgehen zu lernen, ist ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem positiven Selbstwertgefühl. So wird ein Grundstein für die gesunde Entwicklung der Kinder gelegt“, erklärte Katharina Hepke von Papilio e.V.

Die Schlüsselrolle bei der Vermittlung im Kindergarten und hin zu den Eltern spielen die pädagogischen Fachkräfte. Für sie erklären die Papilio-Trainerinnen Annekathrin Schulze und Andrea Kupke in einem Fachgespräch am Nachmittag, wie Prävention in der Kindertagesstätte mit Papilio umgesetzt werden kann. In einem weiteren Fachgespräch ging es um Integration und den Umgang mit Kindern mit Fluchterfahrung.

Der engagierte Auftritt der Kistenkobolde in Forst zielte vor allem darauf, weitere pädagogische Fachkräfte für das Thema psychosoziale Gesundheit in ihren Einrichtungen zu sensibilisieren. Um Papilio in einer Einrichtung umzusetzen, durchlaufen die Fachkräfte eine Fortbildung, führen das Programm dann in ihren Gruppen ein und machen Papilio zum alltäglichen Bestandteil der Kindergartenarbeit. Annekathrin Schulze, Papilio-Trainerin im Landkreis Spree-Neiße, begrüßt besonders den ganzheitlichen Ansatz: „Papilio ist kein Projekt, das für einige Zeit durchgeführt wird, sondern wird das ganze Jahr über angewandt. Es spricht Kinder, Eltern und Erzieherinnen gleichermaßen an.“

Foto: Christian Müller

Seit 2007 wurden in Brandenburg 363 pädagogische Fachkräfte aus 58 Kitas in dem Programm fortgebildet. Davon sind 15 Einrichtungen im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus. Bundesweit profitieren bereits über 132.000 Kinder durch mehr als 6.600 fortgebildete pädagogische Fachkräfte von dem Programm. In Brandenburg profitieren rund 7.260 Kinder von Papilio. Verantwortlich für das Präventionsprogramm, die Fortbildung und die wissenschaftliche Basisarbeit ist das Sozialunternehmen Papilio in Augsburg, das mit Partnern in ganz Deutschland zusammenarbeitet.

Weitere Informationen unter www.papilio.de.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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